Kristallzucker (fein gemahlen)
besitzt einen kräftigeren Geschmack und verfeinert die Süsse der Schokolade.
Der Ursprung des Zuckerrohrs liegt in Polynesien und wird seit dem 5. Jahrhundert in Indien landwirtschaftlich genutzt. Der Zucker galt damals als Luxusartikel und wurde von den Kreuzfahrern nach Europa (Hauptumschlagsplatz war Venedig) gebracht. In Sizilien und Südspanien wurde das Zuckerrohr zunächst von den Arabern angebaut. Nach der Reconquista verlagerten die Spanier den Anbau auf die Kanarischen Inseln, von wo er in die Karibik und damit auch nach Jamaika gelangte. Die Portugiesen brachten die Pflanze nach Südamerika und bauten bereits im 16. Jahrhundert weite Flächen in Brasilien an. Der Zuckeranbau in Brasilien und in der Karibik leitete den "Zuckerzyklus" der Kolonisationsgeschichte ein. Über nahezu 200 Jahre waren Anbau, Transport und Handel nach Europa die wirtschaftliche Grundlage der Kolonien und des Reichtums der Konige in Lissabon und Madrid, bis die ersten Goldfunde in Brasilien gegen Ende des 17. Jahrhunderts einen neuen Wirtschaftzyklus einleiteten. Rohrzucker ist die Warenbezeichnung für Haushaltszucker (Saccharose), der aus Zuckerrohr gewonnen wird. Der heute in Mitteleuropa häufiger produzierte Zucker wird dagegen aus der Zuckerrübe gewonnen und heist daher Rübenzucker, wobei chemisch kein Unterschied zwischen reinem Rohrzucker und reinem Rübenzucker besteht. Saccharose ist ein Disaccharid, also ein aus zwei Monosaccharidmolekulen (Glucose und Fructose) aufgebauter Zucker. Zuckerrohr (Saccharum officinarum), ein Gras mit 4 bis 6 cm dicken Stangeln aus der Familie der Gramineae, enthalt einen süßen Saft, der zur Zuckerproduktion ausgepresst wird.


